


Bei diesem Namen denkt mancher Leser an eine Blaskapelle, die nur mit Messingblasinstrumenten besetzt ist, und das ist richtig. Ihren Ursprung hatten die Brass Bands in den Anfängen der englischen Industrialisierung im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Jede Kohle- oder Erzgrube, jede Fabrik besaß eine Brass Band, die der Repräsentation und Freizeitgestaltung diente. Im Gegensatz zu den Holzblasinstrumenten eigneten sich die nicht so empfindlichen Blechblasinstrumente ideal zum „Open Air"- Musizieren. Diese englische Tradition wurde in den USA übernommen und in den Militärkapellen fortgeführt, die aber im Laufe der Zeit ihre Besetzungen mit Klarinetten und Saxophonen auffüllten. Mit der Niederlage der Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg 1865 wurden die Südstaaten-Musikkorps aufgelöst und die Instrumente zum Verkauf freigegeben. Dieses war für viele freie Farbige die Chance, für ein geringes Entgelt ein Instrument zu erwerben.
Sie begannen die Musizierpraxis der Weißen zu imitieren, und in ihren Bands die Melodien des Konzertsaales und der Oper hinaus auf die Straßen und Plätze zu tragen. Besonders in der Hafenstadt New Orleans, die im Gegensatz zu den Großstädten der Ostküste nicht von der viktorianischen Prüderie geprägt war, entwickelte sich eine bunte Mischung aus den unterschiedlichen Musikkulturen der Franzosen, Spaniern, Engländern, Italienern und Deutschen. Das Repertoire wurde durch Märsche, Spirituals, Tagesschlager, Blues und Ragtime ergänzt. In einer Zeit ohne Radioübertragungen und Tonträger boten die Marching Brass Bands für die einfachen Menschen oft die einzige Möglichkeit, Musik zu hören. Bald bildeten sie einen festen Bestandteil im Leben der Stadt, von Hochzeitsfeiern bis zu Beerdigungen, bei Reklameumzügen, Paraden und besonders beim Karneval, dem „Mardi Gras". Viele berühmte Jazzmusiker wie die Trompeter Henry "Red" Allen oder Louis Armstrong sammelten ihre ersten Erfahrungen in solchen Bands wie z.B. "Papa Celestes Tuxedo Brass Band".
In einer Brass Band übernehmen die Klarinetten, Trompeten, Saxophone und Posaunen die Melodieführung. Den harmonischen Teil können zwar auch Blasinstrumente ausfüllen, aber in den meisten Bands haben die Banjos und das Sousaphon diese Aufgabe übernommen. Mit Snare- und Bass-Drum erzeugt die Rhythmusgruppe dieses faszinierende Swinggefühl, dass in die Beine geht und zum Mittanzen auffordert. In der begleitenden Second Line finden wir die mitgehenden, tanzenden „Fans" und vor allem die begeisterten Kinder, die ursprünglich auf selbst gebastelten Instrumenten mitspielen wollten, die Nachfolgegeneration, die „second line". Der Grandmarshall führte die Marching Band würdevoll bei den Umzügen an und der Bannerträger repräsentierte mit seinem Banner den Namen der Band gegenüber der häufig mitmusizierenden Konkurrenz. Vor der heißen Südstaatensonne schützten sich alle: Der Grandmarshall mit einem Bowler, die Musiker mit weißen Schirmmützen und die Damen der Second Line mit bunten Sonnenschirmen. Alle diese typischen äußeren Merkmale finden Sie im Logo der Get Happy BrassBand aus Rendsburg wieder oder wenn sie Zuhörer eines Live-Auftritts werden.